Beschwerde an die Berliner Landeszentrale zur Buchvorstellung „Die Deutschen und ihre Kolonien“

Ich dokumentiere hier meine Beschwerde zu einer Veranstaltung in der Berliner Landeszentrale für politisische Bildung und die Reaktion darauf.

Meine Mail vom 13.04.2017 an die Landeszentrale, den Bebraverlag und den Kultursenator

Sehr geehrter Herr Gill, sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um eine Stellungnahme zu einer von Ihnen durchgeführten
Veranstaltung, die ich besucht habe und von deren Inhalt ich entsetzt
bin.

Am 11. April habe ich die Buchvorstellung „Die Deutschen und ihre
Kolonien“ mit den Herausgebern Prof. Horst Gründer und Prof. Hermann
Hiery in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung besucht
(www.berlin.de/politische-bildung/veranstaltungen/buchvorstellung-die-deutschen-und-ihre-kolonien)


Ich hatte mich gefreut, dass ein umfassendes Werk mit Aufsätzen
verschiedener Historiker*innen zur Geschichte des deutschen
Kolonialismus erschienen ist und durch die Präsentation in der
Landeszentrale Aufmerksamkeit erhält. Denn dieser Teil der deutschen
Geschichte ist in Schulunterricht und Medien sowie im öffentlichen
Bewusstsein viel zu wenig präsent und wird in erster Linie von
antirassistischen Initiativen und Selbstorganisationen Schwarzer
Menschen in Deutschland thematisiert. Ich hatte mir von der
Veranstaltung in erster Linie einen persönlichen Wissenszuwachs zu
diesem Thema erhofft, aber auch öffentliche Aufmerksamkeit für die
deutsche Kolonialgeschichte und die heutige Verantwortung dafür.

Die Buchvorstellung selber hat mich dann aber zutiefst verstört und
veranlasst mich zu dieser öffentlichen Beschwerde. Die Art der
Darstellung, die Wortwahl sowie die Bewertung des deutschen
Kolonialismus durch die Referenten habe ich als Weiterführung
kolonialer Denkweisen wahrgenommen und bitte um eine Stellungnahme dazu,
warum die Landeszentrale als zentraler Ort politischer Bildung einer
Veranstaltung mit hochproblematischer politischer Ausrichtung Raum und
Zeit widmet.

Worauf beziehe ich mich?

Zunächst auf das leitende Narrativ, das die Herausgeber des Buches
ihrer Darstellung zugrunde legen. Ihnen und auch dem Moderator gelang
es, eineinhalb Stunden lang über Kolonialismus zu sprechen, ohne ein
einziges Mal das ihm zugrundeliegende Strukturprinzip Rassismus zu
erwähnen, das ihn überhaupt erst ermöglicht hat. Das hätte ich nicht
für möglich gehalten. Die Ausbeutung außereuropäischer Länder und
die Versklavung ihrer Bevölkerungen wurden von Anfang an legitimiert
mittels rassistischer Theorien, die den Widerspruch zwischen dem
aufklärerischen Selbstverständnis der Kolonialisten und ihrem
menschenfeindlichen Handeln verbrämen sollten. Dass diese
Grundvoraussetzung des Kolonialismus die Referenten nicht die Bohne
interessierte, ebenso wenig wie die Auswirkungen des Kolonialismus auf
die kolonialisierten Menschen, zeigte sich im Verlauf der Veranstaltung
auch an der Schwerpunktsetzung, an der gewählten Sprache und
insbesondere an der Perspektive, aus der Geschichte erzählt wurde.

Fokus ökonomische Interessen

Nicht das Leid der unterworfenen und versklavten Menschen oder die die
bis heute anhaltenden Auswirkungen der Kolonialisierung auf die
betroffenen Länder standen im Fokus. Die Referenten interessierten sich
ausschließlich für die „deutsche“ politische und ökonomische
Perspektive.
Dass die europäischen Mächte im wirtschaftlichen Wettstreit
miteinander standen, welche Strategien Bismarck im Konflikt mit England
verfolgte, wie viel „der deutsche Steuerzahler“ zahlen musste, wenn
der ökonomische Erfolg einer Kolonie ausblieb, all das wurde umfassend
erörtert und war durchaus erhellend. Was fehlte, war jedoch eine
Kontextualisierung und überhaupt eine Problematisierung des
Kolonialismus. Woher die europäischen Mächte die Überzeugung nahmen,
die Ausbeutung weit entfernter Länder und die Versklavung ihrer
Bevölkerungen sei ihr natürliches Recht, darüber wurde nicht
gesprochen.
Ein solches Narrativ wirkt auf mich ebenso absurd wie eine Abhandlung zu
häuslicher Gewalt, die nur die ökonomischen Verluste aufgrund von
Verletzungen untersuchen oder ein Buch über den Zweiten Weltkrieg, das
sich ausschließlich für dessen Kosten interessieren würde.

Darstellung vermeintlich positiver Aspekte des deutschen Kolonialismus

Statt einer Kontextualisierung räumten die Referenten der Darstellung
angeblich positiver Aspekte des Kolonialismus viel Raum ein.
Missionsschulen in „Afrika“ (eine Spezifizierung nach Regionen schien
nicht notwendig) und China wurden allen Ernstes als Beispiel für das
gute Wirken der deutschen Kolonialherren herangeführt. Hier sei den
Menschen die lateinische Schrift beigebracht, hier seien Eliten
herangezogen worden, die bis heute an der Macht seien, und hier sei
sogar in der jeweiligen Landessprache unterrichtet worden, alles
Aspekte, die als besondere Beweise für das altruistische Engagement der
Kolonialisten herangezogen wurden. Immer wieder wurde auf konkurrierende
Kolonialmächte verwiesen, die sich all diese Mühe nicht gemacht
hätten. Von Wissensbeständen, die schon vor der Kolonialherrschaft
existiert hatten, war natürlich nicht die Rede, ebenso wenig wurde
hinterfragt, welchen tatsächlichen Nutzen die Missionsschulen
tatsächlich für wen hatten.

Perpetuierung kolonialer Sprache und Bilder

Der Umgang mit Bildmaterial passte in meinen Augen ebenfalls in dieses
Narrativ. Ein Bild von Folterungen versklavter Menschen wurde – locker
eingestreut zwischen Gruppen- und Porträtaufnahmen – als bedauernswerte
Ausnahme von der Regel gezeigt, dass die Deutschen eigentlich
freundliche Herrscher gewesen seien, nach dem Motto: „Es gab eben auch
ein paar negative Aspekte.“ Erwähnt wurde in diesem Zusammenhang knapp
der berüchtigte Carl Peters, zu dem den Referenten nur einfiel, dass er
zwei Leute hatte hängen lassen. Auslassungen können auch die Wahrheit
verfälschen.
Bei Fotos von Deutschen und anderen Menschen wurden immer nur die
Deutschen namentlich benannt. An keiner Stelle wurde darüber
gesprochen, wie diese Bilder entstanden sind und zu welchem Zweck oder
warum eigentlich die Namen der anderen Menschen nicht bekannt oder nicht
interessant sind. Völkerschauen wurden kurz erwähnt. Sie wurden jedoch
nicht als Form rassistischer Praxen, als Verschleppung von Menschen
eingeordnet. Stattdessen sprach der Referent euphemistisch von
„Menschen, die nach Deutschland gekommen waren“.

Naive Pazifikbewohner, sensible Deutsche im moralischen Dilemma

Deutlich wurde dieses mangelnde Bewusstsein für mich auch an den
Anekdoten, die einer der Referenten immer wieder einfließen ließ. So
erzählte er von einem Brief des Königs von Tonga an den damaligen
Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1976, der einen seit hundert Jahren
bestehenden Freundschaftsvertrag erneuern wollte. Das Publikum erfuhr
nicht nur, dass in Deutschland selbstverständlich niemand gewusst habe,
wer dieser obskure König war und wovon er sprach, sondern auch, dass er
zu dick gewesen sei, um in einem Flugzeug seiner eigenen Airline zu
sitzen und eine Sonderanfertigung brauchte. Das weiße Publikum sollte
an dieser Stelle fröhlich über den naiven dicken König lachen – statt
sich über die Arroganz der Deutschen zu ärgern.
Ein Bild schließlich von zwei Schwarzen Trägern, die Kautschuk
transportieren (auch hier wurde nur von „Afrika“ gesprochen und keine
Region oder Land genannt), nutzte der Referent, um auf ein „Dilemma“
hinzuweisen, vor dem die Kolonialherren gestanden hätten. Schließlich
konnte man Kautschuk nicht anders aus dem Landesinneren an die Küste
bringen als mit Trägern – was hätten die armen Kaufleute denn tun
sollen? Wieder wurde die Frage, woher diese überhaupt das Recht auf den
Abbau nahmen, nicht einmal erwähnt. Um dieses „Dilemma“ noch
anschaulicher zu machen, wurde ein Vergleich gezogen zu heutigen
Tourist*innen in Myanmar: Wer den Goldenen Felsen sehen wolle, stehe vor
einem ähnlichen Dilemma: selber hochlaufen oder sich von einem Träger
hochschleppen lassen? Wie lässt sich ein solcher Satz anders einordnen
denn als Ausdruck einer Denkweise, die von einem natürlichen Anspruch
der Kolonialisten auf das Land der Kolonialisierten ausgeht, auf das
natürliche Recht reicher Tourist*innen, sich von anderen tragen zu
lassen?
Ein anderer Moment, in dem ich kurz überlegte, ob ich in Kiplings 19.
Jahrhundert katapultiert worden war, war die Erzählung des
Geschichtsprofessors von seiner Exkursion mit einer Studiengruppe in den
„Busch“, wo sie die Knochen weißer Seeleute ausgegraben hätten. Die
Kontinuität von Expeditionen und Forschung durch weiße Wissenschaftler
in den kolonialisierten Ländern wurde so einfach fortgetragen, ohne sie
an einer einzigen Stelle kritisch zu hinterfragen.

Der Mord an den Herero als „Auseinandersetzung“

Das Maß des Erträglichen war für mich an dem Punkt erschöpft, als
die Sprache auf die aktuellen Entschädigungsforderungen der namibischen
Herero und Nama kam. Der Referent sprach hier von einer Völkermord
„-these“ und stellte nachdrücklich fest, von einem Genozid könne
nicht die Rede sein, stattdessen habe es sich bei der Ermordung
Zehntausender Menschen im heutigen Namibia um „Auseinandersetzungen“
gehandelt und selbstverständlich seien dafür keine Entschädigungen zu
zahlen. Dass eine Diskussion darüber überhaupt stattfindet, erklärte
er mit der deutschen Geschichte und dem übergroßen Schuldgefühl
„der Deutschen“ – in anderen Ländern würde über so etwas nicht
einmal nachgedacht. Hier ging der Vortrag in eine Lobpreisung „der
Deutschen“ im Vergleich zu anderen Nationen über, eine Volte, die ich
bei einer Buchpräsentation zum deutschen Kolonialismus nicht erwartet
hatte.

Bewusste Entscheidung für ein Narrativ

Für mich war die Veranstaltung ein weiterer Beweis dafür, dass
Geschichtsschreibung eben nicht nur in der Recherche von Fakten besteht,
sondern auch in deren Einordnung in ein Narrativ. Wer sich für das
Narrativ entlang der Interessen der deutschen Steuerzahler entscheidet,
braucht keine Autor_innen mit anderen Perspektiven an seinem Sammelband
zu beteiligen, braucht nicht über den Zusammenhang rassistischen
Denkens und kolonialistischer Ausbeutung nachzudenken und braucht auch
nicht den eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren.

Während des Vortrags hatte ich mir zunächst zwei Fragen notiert, die
ich im Anschluss stellen wollte:

Warum gehen Sie nicht auf Rassismus ein?
Haben Sie auch Texte von Autor*innen aufgenommen, die aus ehemals
kolonialisierten Ländern stammen?

Je länger ich zuhörte, umso länger wurden die Fragen und Anmerkungen,
die ich mir aufschrieb, bis ich irgendwann erkannte, dass eine
Wortmeldung vollkommen zwecklos wäre. Die ersten Fragen aus dem
Publikum drehten sich um Familienerinnerung und die Bitte um Argumente
dafür, dass die eigenen Vorfahren „gute“ Kolonialisten gewesen waren.
Als die einzige Schwarze Frau im Publikum – gerade war von
„Auseinandersetzungen“ zwischen Herero und den Militärs gesprochen
worden – den Raum verließ, entschied ich mich, lieber auch zu gehen und
mich mit ihr über das Gehörte auszutauschen. Sie war insbesondere als
Sozialarbeiterin, die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, fassungslos
über diese Art der Geschichtsklitterung und sagte, dass all ihr
Bemühen, mit den Kindern über Rassismus zu reden, durch solche Werke
vollkommen zunichte gemacht werde.

Wie sie bin ich fassungslos und bitte um eine Stellungnahme dazu, wieso
dieses Buch vorgestellt wurde und nicht eins der zahlreichen anderen
Werke, die sich mit dem Thema aus kritischer Perspektive beschäftigen.
Gerade angesichts der aktuellen Diskussion um Entschädigungszahlungen
und die Anerkennung der Ermordung zehntausender Herero und Nama als
Völkermord hat die Diskussion eine politische Dimension und die
Entscheidung, dieses Buch zu bewerben, einen üblen Beigeschmack. Ich
möchte die Hoffnung nicht aufgeben, dass Erwachsene und Kinder in
diesem Land, dass Nachkommen der ehemaligen Kolonialist*innen ebenso wie
Nachkommen versklavter Menschen die Chance haben, auch im Rahmen
öffentlicher Veranstaltungen umfassend über die deutsche Vergangenheit
informiert zu werden – und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Ich behalte mir vor, diesen Brief und Ihre Antwort zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Claire Horst

Meine zweite Mail am 13.04.17

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte gern noch einen Vorschlag hinzufügen, um das Thema
produktiver aufzugreifen. Wie wäre es denn, gemeinsam mit
kolonialismuskritischen Organisationen eine Podiumsdiskussion
durchzuführen, die sich kritisch mit diesem Buch auseinandersetzt? Ich
weiß, dass die von der Landeszentrale veröffentlichten Publikationen
sich generell kritischer mit Rassismus und Kolonialismus beschäftigen
und bin mir sicher, dass eine solche Auseinandersetzung auf großes
Interesse stoßen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Claire Horst

Die Antwort von Thomas Gill, Leiter der Landeszentrale

Datum 21.04.2017 12:13
Sehr geehrte Frau Horst,
ich danke Ihnen für Ihre Rückmeldung zu der Veranstaltung am 11.04.17. Ich selbst war bei der Veranstaltung nicht anwesend und kann daher zu dem Diskussionsverlauf keine Stellung beziehen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es sich nicht um eine Fachveranstaltung zum Thema Kolonialismus handelte, sondern um eine
Buchvorstellung, zu der die beiden Herausgeber eingeladen waren. Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung führt Vorstellungen von Büchern durch, wenn sie es als lohnenswert erachtet, deren Inhalt öffentlich zu diskutieren. Der Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte ist eine für die Berliner Stadtgesellschaft wichtige
politische Frage.
Das vorgestellte und von den Historikern Horst Gründer und Hermann Hiery herausgegebene neue Buch „Die Deutschen und ihre Kolonien“ bietet in 16 Beiträgen einen Überblick und verschiedene Perspektiven auf die deutsche Kolonialgeschichte. Es ist deshalb aus meiner Sicht geeignet, im Kontext der politischen Bildung
vorgestellt zu werden.
Es ist für die Durchführung einer solchen Veranstaltung nicht notwendig, dass die Berliner Landeszentrale alle Positionen der Herausgeber teilt, genau so wenig wie sie die Positionen anderer Akteure, mit denen sie kooperiert oder die sie unterstützt (etwa Farafina e.V., Berlin Postkolonial) oder aller Autoren, deren Publikationen zum
deutschen Kolonialismus sie im Programm hat (Omar Diallo, Jürgen Osterhammel, Ludolf Pelizaeus, Joachim Zeller), teilen muss.
Die Vorstellung dieses Buches ist ein Baustein der Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte, es wird sicher nicht der letzte sein. Sie sind herzlich eingeladen, sich auch künftig aktiv bei den Veranstaltungen der Berliner Landeszentrale für politische Bildung einzubringen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Gill

Ein E-Mail-Kommentar zu diesem Post:

Liebe Frau Horst, vielen Dank für ihren offenen Brief und der Kritik an dieser unsäglichen Veranstaltung. Ich teile ihre Einschätzung in vollen Maße dass das europäische Kolonialprojekt nicht ohne die rassistischen Konzepte denkbar war und ist. Leider ist der Umgang sehr typisch und zieht sich durch alle Bereiche wie Schule, Universität und gesellschaftlichen Prozessen. Darüber hinaus ist das auch der Grund warum die Spuren der kolonialen Verbrechen im öffentlichen Raum kaum problematisiert wird.

Tahir Della, glokal e.V.

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15 Gedanken zu „Beschwerde an die Berliner Landeszentrale zur Buchvorstellung „Die Deutschen und ihre Kolonien“

  1. Gill verpasst leider die Chance, hier klar Stellung zu beziehen, als ob er bspw. alten Nazis ebenso eine gleichberechtigte Platform bieten wuerde und das mit „Gleichberechtigung“ rechtfertigen wuerde. Und nateurlich sind die aussagen der Herausgeber 9Gruender/Hiery) sehr politischer Natur. So auch wie Shoah Leugnungen politische Statements sind. Nach Europaeischen Recht ist u.a. Voelkermordleugnung strafbar. UNd das beinhaltet deshalb auch die Leugnung des deutschen Voelkermords in Namibia.

  2. Sehr geehrte Frau Horst, Ihre fundierte Kritik an der Buchvorstellung findet meine
    volle Zustimmung. Offensichtlich sind Sie schon vor meinem Diskussionsbeitrag
    gegangen, in dem ich meine Kritik an der Veranstaltung als Verharmlosung der
    Kolonialverbrechen und insbesondere zum Völkermord in Namibia Stellung nahm.
    Siegfried Wittig

    • Lieber Herr Wittig,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich bin sehr froh zu hören, dass es Ihre kritische Rückmeldung gab. Ich hatte leider die Lust zu einer Teilnahme an der Diskussion nach den ersten Wortmeldungen verloren.
      Viele Grüße

    • Danke für das Rebloggen!
      Ja, ich hatte das auch nicht erwartet. Aber vielleicht hätte ich länger bleiben sollen – es gab wohl doch noch eine kritische Diskussion (siehe den 2. Kommentar)

  3. Nach der Argumentationslinie von Herrn Gill, könnte die Landeszentrale ja in Zukunft auch Holocaustleugner wie Horst Mahler einladen, denn Veranstaltungen mit Autoren, welche rassistisch motivierten Massenmord herunterspielen und leugnen, werden von ihm ja offenbar als lohnenswert und förderungswürdig erachtet.

  4. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Rechte Gewalt, Problematiken um den Eurovision und wütende Jüdinnen- kurz verlinkt

  5. Ich empfehle den Referenten, die sich offensichtlich von der sehr umfangreichen Literatur, die sich kritisch mit der Kolonialzeit auseinandersetzt, nicht beeindrucken lassen, dringend einen Besuch der Museen in Windhuk und Swakopmund in Nambia. Dort müsste sogar Ihnen nicht nur die brutale Ausbeutung der Kolonien im europäischen Wettkampf deutlich werden, sie könnten auch nicht mehr von der Hand weisen, dass in der Kalahari Wüste ein Völkermord im großen Stil stattgefunden hat.

      • Diese Museen sind gemeint, allerdings bekommt man von dem Museum in Swakopmund nur einen sehr reduzierten Eindruck, wenn man obigen Link antippt. Das Swakopmunder Museum ist das größte Heimat- und Geschichtsmuseum Namibias. Die Themen sind die Geologie, die Botanik, die Frühgeschichte Namibias, das Leben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und sehr anschaulich aufbereitet die deutsche Kolonialzeit. Nach dem Besuch dieses Museums war ich ziemlich erschüttert und konnte dann beim Spaziergang durch Swakopmund nichts mit dem Marinedenkmal anfangen, das an die deutschen Soldaten erinnert, die während der Herero-Kriege fielen.

  6. Sehr geehrte Frau Horst,
    ich schreibe Ihnen als Kuratoriumsmitglied der LZPB Berlin und als MdA.
    Ich konnte leider an der Veranstaltung nicht teilnehmen und nach Ihrer Beschreibung finde ich sie mehr als fragwürdig. Das Buch kenne ich nicht. Da Sie es offensichtlich erworben haben, möchte ich gern wissen, ob das Buch auch schon so verfasst ist, wie die Vorstellung es wiedergab.
    Ich stimme mit Ihnen in der Bewertung des Deutschen Kolonialismus vollständig überein und bin über Ihre Schilderung entsetzt.
    Sie können sich darauf verlassen, dass ich das auch im Kuratorium zur Sprache bringen werde ud über Konsequenzen diskutieren werde.
    Vielen Dank, dass Sie sich so an die Öffentlichkeit wenden und es nicht einfach hinnehmen, wenn Sie so etwas erleben.
    Eine Sicht auf den Kolonialismus anderer, kritischer Art können Sie übrigens noch bis zum 14. Mai im Deutschen Historischen Museum (Unter den Linden) erleben.
    Herzliche Grüße
    Regina Kittler
    MdA

    • Sehr geehrte Frau Kittler,

      herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Sie darüber im Kuratorium sprechen werden. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, demnächst ein weiteres Buch in der Landeszentrale zu präsentieren? In verschiedenen Zuschriften zu diesem Bericht wurde mir zum Beispiel das kürzlich erschienene Buch „Völkermord – und was dann?: Die Politik deutsch-namibischer Vergangenheitsbearbeitung“ von Reinhart Kößler und Henning Melber empfohlen, das ich selber nicht kenne. Es wurde auch vorgeschlagen, den Berliner Herero Israel Kaunatjike zu einer Podiumsdiskussion einzuladen.
      Das hier vorgestellte Buch habe ich leider nicht gelesen, sodass ich nichts über die Inhalte sagen und mich nur auf die Vorstellung beziehen kann. Eine Rezension habe ich hier gefunden: http://www.sueddeutsche.de/politik/kaiserreich-deutsche-kolonien-wahrheiten-eines-wahngebildes-1.3455329
      Danke auch für den Hinweis auf die Ausstellung.
      Herzliche Grüße

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